„Eine Intensität, die Vergleiche mit Billie Holiday und Edith Piaf nahe legt.“ taz „Wir sind ein friedliebendes Volk, Wie haben keinen Staat und wir kämpfen nicht darum, ein eigenes Land zu haben. Wir leben in der Welt verstreut. Die Roma sind das einzige Volk, das noch nie einen Krieg gegen ein anderes Volk geführt hat. Wir haben noch nie ein fremdes Land okkupiert, sondern uns immer friedlich darin aufgehalten. Ich finde, dafür hätten wir den Friedensnobelpreis verdient.“ Esma Redžepova
Seit 5 Jahrzehnten ist die „Queen of the Gypsies“ oder „Piaf der Gypsies“, wie sie auch genannt wird, die meist bewunderte Sängerin des Balkanraumes, eine Mutter- und Symbolfigur, in der nicht nur das alte Jugoslawien kraftstrotzend und hoffnungsvoll weiterlebt, sondern die Idee eines friedlichen multikulturellen Nebeneinanders der Kulturen und einer musikalisch-kulturellen Brücke zur Levante und nach Anatolien. Ihre Auftritte haben jedenfalls etwas von einem orientalischen Märchen an sich. Esma Redžepovas Stimme ist von einer Hingabe, einer Wärme und einem Volumen, die ihresgleichen suchen.
Esma Redžepova wuchs in den 40er Jahren als Tochter eines Schuhmachers in Šuto Orizari, einer der größten Romasiedlungen Europas bei Skopje in Mazedonien auf. Ihre Familie ist zu gleichen Teilen Roma und jüdisch-sephardisch und spiegelt jene Multikulturalität wider, wie sie am Balkan in Mazedonien wohl am stärksten ausgeprägt ist und westliche Diplomaten zu dem Begriff „Salad du Macédoine“ verleitet haben muss. Mit 14 wurde ihr außergewöhnliches stimmliches Talent vom Akkordeonisten, Arrangeur und Komponisten Stevo Theodisievski entdeckt, der Beginn einer himmlischen Karriere und einer 40 Jahre währenden glücklichen Ehe. Esma Redžepova wurde zu einem der größten Stars des Balkanraumes und verschaffte der Musik der Roma durch ihren unantastbaren Status eine nie zuvor für möglich gehaltene Repräsentanz – schließlich zählte Marschall Tito zu ihren größten Fans.
Seit ihrer Kindheit ist die Redžepova als humanitäre Aktivistin tätig. Über 2000 Benefizkonzerte hat die heute 70-Jährige bereits gegeben. Mit ihrem Mann adoptierte sie 49 Kinder und bildete sie zu professionellen Musikern und respektvollen Weiterführern der Romakultur aus. Auch ihre 5 Musiker sind quasi ihre Söhne. Akkordeonist Simeon Atanasov spielt das Instrument seines Ziehvaters Stevo Theodosievski, das dessen Namenszug ziert. Unmöglich, Esma Redžepovas unzähligen Verdienste für Menschen in sozialer Notlage hier aufzuzählen. Es sei bloß erwähnt, dass sie Ehrenpräsidentin des mazedonischen Roten Kreuzes ist, im Jahr 2000 vom American Biographical Institute die „Medal of Honor“ erhielt und die „Sonority of Roma Women“ sie zur „Frau des Millenniums“ ernannte.
Freitag, 17. April 2009
PODIUM IM THEATER AKZENT Theresianumgasse 18 1040 Wien Eintritt: € 23,– Tel.: (01) 501 65/33 06 http://www.akzent.at