|
|
|
|
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Slavko Ninićs Verbeugung vor bosnischer Liedkunst SLAVKOVO SEVDAH SIJELO (Bosnien & Hercegovina/Kroatien/Serbien & Montenegro/Mazedonien) Slavko Ninić: Gesang, Gitarre Ljerka Cenčić: Gesang Jovica Petković: Akkordeon Hidan Mamudov: Klarinette Jovan Torbica: Kontrabass Lange vor dem Balkan-Hype hat Slavko Ninić mit seiner Tschuschenkapelle ein österreichisches Publikum für die Vielfalt und Schönheit der Musik von Zagreb bis Diarbakır sensibilisiert. Nun erfüllt er sich einen lang ersehnten Traum und widmet sich für Balkan Fever 2005 ausschließlich der Kunst der bosnischen Sevdalinke. Das sind Liebeslieder, in deren kunstvollen Melismatik stärker das osmanische Erbe weiterlebt als in anderen Liedtraditionen des Balkanraumes. „Sevdah“ leitet sich vom Arabischen her, wo es so viel wie „schwarze Galle“ heißt, also nach den Vorstellungen der antiken Medizin schlicht Melancholie. Als osmanisches Lehnwort erlangte es vorrangig die Bedeutung von „Liebessehnsucht“. Es wäre jedoch falsch, die Sevdalinke allein der muslimischen Bevölkerung Bosniens zuzuschlagen, sie sind kollektives Erbe aller konfessioneller und ethnischer Gruppen Bosniens, also der Muslime, Kroaten, Serben, Sepharden, Vlachen und Roma. Slavko Ninić wuchs zwar im kroatischen Slawonien auf, doch ist sein Bezug zu bosnischer Kultur ein sehr intimer, stammen doch seine Eltern aus Zentralbosnien. Keinen besseren Partner für dieses Projekt hätte er sich aussuchen können als den über 70-jährigen Jovica Petković, den vielleicht berühmtesten Akkordeonisten Jugoslawiens, der in Serbien geboren wurde, aber bereits als Kind Zigeunern nach Sarajevo folgte, wo er sich niederließ und ein Meister der bosnischen Musik wurde. Während des Krieges floh Petković nach Österreich und lebte dort zurückgezogen, ehe er 2001 von den Veranstaltern des Akkordeonfestivals für ein österreichisches Publikum quasi entdeckt wurde und auch immer wieder mit der Tschuschenkapelle auftrat. Wie bereits im Programmheft des Akkordeonfestivals 2001 geschrieben steht, zollt vor allem die muslimische Bevölkerung „diesem serbischen Bürger Sarajevos Respekt, der sich um die Karrieren so vieler bosnischer SängerInnen verdient machte, wie wenige andere in seiner kulturübergreifenden musikalischen Passioniertheit und seiner Verachtung von Nationalismus die Lichtseiten des alten Jugoslawien verkörpert.“ Mit Ljerka Cenčić singt Slavko Ninić auch im Projekt Tschuschen a capella zusammen. Als ehemalige gefeierte Sängerin der Zagreber Oper und des Nationalen Kroatischen Folklore Ensembles ist sie sowohl in der klassischen als auch in der traditionellen Musik zuhause und meistert mit ihrer ausdrucksstarken und nuancenreichen Stimme selbstverständlich auch die hohe Kunst der Sevdalinke. Bei diesem „Sijelo“, wie die ungezwungenen Zusammenkünfte der jungen Mädchen und Burschen zwecks Musizieren, Tanzen, also Anbandeln auf dem Land hießen, wird Slavko Ninić auch bosnische Literatur rezitieren (z. B. Ivo Andrić) und den einen oder anderen Überraschungsgast auf die Bühne bitten. Samstag, 30. April 2005 21 Uhr PORGY & BESS Riemergasse 11 1010 Wien Tel.: (01) 503 70 09 www.porgy.at www.tschuschenkapelle.at | |
|
| |