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Sexy Bulgarian Mountain Funk Jazz
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BULGARA



(Bulgarien)



Kostadin Kostadinov: Kaval

Petyo Petrov: Gaida

Darinka Tsekova: Gadulka

Dimitar Hristov: Tambura

Chavdar Asenov: E-Bass

Kilril Dobrev: Drums

Stoyan Pavlov: Percussion


Nirgends wurde traditionelle Musik so kreativ und selbstbewusst welttauglich gemacht, nirgends der Schafdung so säuberlich von der bunten byzantinisch-orientalischen Schönheit dieser Musik geputzt wie in Bulgarien. Mit dem Septett Bulgara tritt die erstaunliche Evolution bulgarischer Musik in ihre nächste Phase. Mit ihren cleveren und dennoch sinnlichen Instrumentalfeuerwerken lassen die sieben MusikerInnen alle Trennungen von Tradition und Innovation, Jazz, Folk und tanzbaren Clubbingsounds, von kopfig und bauchig mit Nonchalance, Präzision und archaischer Wucht hinter sich. Bei den bulgarischen Clubbings besitzen sie absoluten Kultstatus, und Bulgarien dürfte das einzige Land sein, wo die Jugend nicht nur zur Fusion aus Pop und Volksmusik, sondern Jazz-Improvisationen tanzt, welche in Rest-Europa normalerweise nur die Intellektuellen mit ihrem typischen Kopfnicken monopolisiert haben.

Die Entstehungsgeschichte von Bulgara hat etwas Legendenhaftes an sich. Ein Spieler der Hirtenflöte Kaval (Kostadin Kostadinov) tritt in die riesigen Fußstapfen von Kavaljazzer Theodosii Spassov und tut sich mit einem Heavy-Metal-Drummer (Kiril Dobrev) zusammen. Hinzu stößt ein Funkbassist (Chavdar Asenov) und vier MusikerInnen auf traditionellen Instrumenten, welche diese aber längst jazzkompatibel gemacht haben.

Einige Worte zu den Instrumenten. Gaida ist ein Dudelsack, der nirgends am Balkan so virtuos gespielt wird wie in Bulgarien und Mazedonien, Tambura ist eine der Saz verwandte Langhalslaute, die Gadulka eine vertikal gehaltene Kniegeige, also der jugoslawischen Gusle, der griechischen Lyre oder der vorderorientalischen Kemençe verwandt. Die 23-jährige Darinka Tsekova ist nicht nur die erste Gadulkistin, sondern auch die erste auf diesem komplizierten Instrument, welche die Vorgaben rein traditioneller Musik einfallsreich überwindet.

Nach zwei Jahren härtester Arbeit präsentierten Bulgara ihre originäre Mischung aus expressivem Folk-Jazz, Funk-Rock und Drums ‚n’ Base. Und anders als frühere dem nationalistischen Reinheitsgebot verschriebene Gruppen reichen sie türkisch-kurdischen, rumänischen und griechischen Musiktraditionen die Bruderhand.

Die blechblasgewöhnte Balkanmusikfans werden sich langsam neuen und doch älteren Sounds öffnen müssen. Die Brass-Grooves kamen immer gut an. Flöten oder Dudelsäcke klangen den meisten doch zu ätherisch, fremd, irisch, tatarisch oder morgenländisch. Mit Bulgara wird sich das garantiert ändern. Ganz gleich, ob man von dieser perfekten Überfülle an Rhythmik, Improvisation und Melodik überfordert oder begeistert wird, gleichgültig lässt sie niemanden.


Mittwoch, 4. Mai 2005

21 Uhr

OST DELI BAR KLUB

(ehem. Atrium)

Schwindgasse 1

1040 Wien

Tel.: (0) 505 62 28

www.ost-klub.at